Am 19. August 2008 besuchten wir die Ausstellung von Andrea Zittel im Schaulager.
Wie wäre es ohne Zeitvorgaben und bestimmte Pflichten zu leben? Man könnte schlafen, wenn man müde ist, essen, wenn man hungrig ist. Wie würde der Körper auf diese totale Freiheit reagieren? Würde er selbst ein regelmässiges, vernünftiges Muster entwickeln oder würden extreme Verhaltensmuster entstehen, wie den ganzen Tag schlafen oder ein Buch von Anfang bis Ende lesen? Würden bei verschiedenen Menschen ähnliche Verhaltensmuster entstehen? Oder hätte jede Person ihren eigenen inneren Fahrplan?

Die amerikanische Künstlerin Andrea Zittel (geboren 1965 in Kalifornien) stellte sich all diese Fragen und begann 1994 zu experimentieren, um Antworten darauf zu bekommen.
Sie verbrachte eine Woche lang in einem geschlossenem Raum ohne Tageslicht und Zeitmessung. Mit Hilfe einer Videokamera registrierte sie die Veränderung ihres Schlaf- und Nachtrhythmus und ihrer Gewohnheiten.
Die Resultate dieses Experiments setzte sie in einem grossen farbigen „Timetable“ um.

Nach dem Besuch der Ausstellung im Schaulager hat jede Schülerin und jeder Schüler einen Mittwoch und einen Sonntag lang aufgeschrieben, was er an diesem Tag gemacht und erlebt hat. Diese Zeiteinteilung haben wir farblich mit Gouache auf Streifen dargestellt. Lange haben wir über einen Titel diskutiert. Vorschläge wie Stundenwerk, Zeitmaschine, Zeitstreifen, Zeit-Fluss usw. sind gefallen. Zum Schluss einigten wir uns auf den Titel:
Gute Zeiten und schlechte Zeiten.


Seit August 2004 gibt es an der OS Drei Linden in Basel KLassen mit inhaltlichen Schwerpunkten. Die KLasse 1d-3d (2008-2011) hat den Schwerpunkt "Kunst und Gestaltung". In zwei zusätzlichen Lektionen pro Woche haben die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, ein Thema aus der Kunst zu vertiefen. Sie wir hier immer wieder ihre Erfahrungen und Arbeiten aus Museumsbesuchen und Unterricht zeigen. Weitere Stories zu diesem Projekt...