Esperanto. Viele Leute wissen nicht einmal, was dies genau ist. Hinter dem Begriff versteckt sich eine künstlich erschaffene Sprache, welche ursprünglich als Weltsprache dienen sollte. Bei der gegenwärtigen Präsenz der englischen Sprache scheint Esperanto sein Ziel jedoch verfehlt zu haben. Doch: Ist dies wirklich so? Wird Esperanto nur noch von einigen unermüdlichen Idealisten aufrecht erhalten? Oder hat es tatsächlich noch eine reale Chance sich durchzusetzen? Weshalb hat Esperanto bis heute überlebt, währenddem die meisten anderen künstlichen Sprachen bereits "ausgestorben" sind? Was war die Bedeutung des Esperanto früher und worin liegt diese heute?
Unter dem Blickwinkel dieser Aspekte soll die Esperantobewegung in der vorliegenden Arbeit von der Erfindung der Sprache bis heute verfolgt werden. Die einzelnen Gesichtspunkte sind in der folgenden Hypothese zusammengefasst:


Hypothese: Esperanto hatte zu Beginn vor allem eine funktionale und hat heute eher eine e­mo­ti­o­na­le Bedeutung.

Dabei ist mit funktional die praxisorientierte Bedeutung einer Sprache gemeint (also der Akt der Kommunikation an sich, der im Vordergrund steht), währenddem bei der emotionalen Bedeutung eher die Kultur, die mit einer gewissen Sprache verbunden ist, sowie die Identifikation einer Gemeinschaft über ihre gemeinsame Sprache im Zentrum steht.
Wie aus der Hypothese hervorgeht, wird dabei von einer anfänglichen Begeisterung für die Sprache aus praktischen Gründen (um mit Menschen anderer Muttersprache kommunizieren zu können) ausgegangen, welche sich im Verlaufe der Zeit in eine Faszination für die Ideologie, die Sprecherschaft und die Kultur des Esperanto umwandelte. Auf diese Hypothese hin soll die Esperantobewegung von der Erfindung der Sprache im Jahre 1887 bis heute analysiert werden.