Maltext Reise durch die Welt der Kleidermode

Verfasst von: Marianne Gujer

"...ich meine: Jeans sind eine Einstellung und keine Hosen." (U. Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen W.)


Was passiert eigentlich mit der Hose, die zwar noch fast neu ist, aber eben nicht mehr modisch, und die deswegen im Altkleidersacklandet? Oder dem verwaschenen T-Shirt, das farblich nicht der diesjährigen Sommermode entspricht?

Die Reise durch die Kleider- und Modewelt, fängt natürlich nicht beim Altkleidersammeln an. Ob Modemuffel oder "fashion victim": bewusst oder unbewusst sind wir alle in vielen Bereichen des Alltags den unterschiedlichsten "Modetrends" ausgesetzt und müssen uns mehr oder weniger gern mit unserer äusseren Erscheinung auseinandersetzen. "Kleider machen Leute" sagt ein Sprichwort; "Ein Affe in Seidenkleidern bleibt doch ein Affe" ein anderes.
Mode und Outfit verweisen aufwirtschaftliche und gesellschaftliche, soziale, ökologische und entwicklungspolitische Zusammenhänge.

Aber nun also schön der Reihe nach: Fangen wir bei der Herstellung von Kleidern an. Da braucht es DesignerInnen, die Kleider entwerfen. In Basel gibt es verschiedene Ateliers, wo SchneiderInnen und DesignerInnen eigene Kollektionen herstellen, und von denen hier einige Kontaktadressen zu finden sind.
Kleider kaufen macht Spass. Und Kleider machen? Die wenigsten von uns wissen wohl, unter welchen Bedingungen in Asien, Lateinamerika, Afrika und Europa die farbigen Kleidersortimente hergestellt werden. In den Fabriken herrschen oft skandalöse Zustände: Unmenschliche Arbeitszeiten und Hungerlöhne erlauben den Arbeiterinnen und Arbeitern nicht, in Würde zu leben. Die Clean Clothes Campaign setzt sich für gerecht produzierte Kleider ein: Let's wear fair!

Wenn wir uns eine Vorstellung machen möchten, wie Menschen in anderen Kulturen bekleidet sind, lohnt sich ein Gang ins Museum der Kulturen. Dort gibt es ebenfalls eine spannende und ausführliche Textilsystematik: Ob Verknoten, Flechten, Weben oder Sticken: In der Ausstellung "textil – Technik, Design, Funktion" ermöglichen Originale und Modelle einen Einblick in den Erfindungsreichtum textiler Techniken. Gewebe und Kleidungsstücke aus Indien, Nepal, Brasilien, Ruanda, Vanuatu oder dem Iran repräsentieren die grösste Sammlung aussereuropäischer Textilien in der Schweiz. Beim Museum der Kulturen ist ein "Kleider-Koffer" in der Ausleihe erhältlich, der viele Materialien – angefangen von Büchern über Infotafeln, Videos, Kleider aus anderen Kulturen bis zu einem Tasträtsel und einer Werkstatt – enthält. um das Thema fächer-übergreifend im anzugehen.

Die verschiedenen textilen Techniken werden aber nicht nur in der Kleiderproduktion gebraucht. Textiles Gestalten kann auch künstlerische, therapeutische oder kunstgewerbliche Aspekte haben.
Für die neue Mode muss natürlich geworben werden, möglichst so, dass sie sich gut verkauft. Diese Arbeit wird in Büros von GrafikerInnen oder direkt von den Bekleidungsherstellern gemacht.
Im Warenhaus, der Trendboutique oder einem ausgewählten Modegeschäft schliesslich werden die Kleider verkauft. Die Löhne im Verkauf gehören zu den tiefsten Löhnen überhaupt. Beim Dachverband der Gewerkschaften ist Frau Susanne Göpfert für das Verkaufspersonal zuständig; bei ihr ist mehr über die Arbeitsbedingungen in diesem Sektor zu erfahren.
Informationen und Zahlen zur Situation der Schweizerischen Textilindustrie sind auf der Homepage des Schweizerischen Textilverbandes.

Wer auf der Zeitreise durch die Textilgeschichte weiter zurück will, findet da unter events/museum auch spannende Hinweise zu Textilmuseen, einer Textilbibliothek und Industrielehrpfaden.







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